Kapitel 1. Königsfarben.
„So, meine Lieben“, sagte Opa Alex, „welche Geschichte soll ich euch heute erzählen? Wollt ihr die mit den Riesen hören, die über den Wald oder über das sprechende Pferd?“
„Nein, nein“, riefen seine beiden Enkelkinder, „erzähl uns von dem Ahkis!“
„Sicher?“ Der Opa schmunzelte. „Die Geschichte vom Sturmwald ist schon was ganz Besonderes …“
„Nein, nein“, riefen die Jungs, „wir wollen die mit dem Ahkis hören.“
„Einverstanden“, gab sich Opa Alex geschlagen. „Die ist aber ziemlich lang, die schaffen wir nicht an einem einzigen Abend. Womit soll ich denn anfangen?“
„Mit der Eiche!“, rief Darian, der ältere der beiden Jungs. „Gleich vom Anfang an mit der Eiche“, stimmte Maxi zu, „als du zum ersten Mal gereist bist, Opa!“
„Ja, die Eiche“, wiederholte der alte Mann nachdenklich, „die Eiche.
Ihr müsst wissen, im Garten, da gab es einmal einen großen Baum. Dort, wo die Bank heute steht; damals lehnte diese noch an einer alten Eiche. Ich setze mich manchmal auf die Bank und denke an diesen Baum und wie der Wind sanft in der Baumkrone rauschte. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, dass der Baum noch dort steht. Und ich erinnere mich an den Tag, als die Eiche gefällt wurde, als alles begann.
Es war einmal vor langer, langer Zeit, als die Kinder brav waren und ihre Väter ihnen noch Märchen erzählten, es war einmal ein Junge namens Alex. Und dieser Junge war ich.“